BREMEN · VERKEHR & WIRTSCHAFT
Lufthansa gibt Verbindung Frankfurt–Bremen auf
Ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Bremen
Die Lufthansa hat die Flugverbindung zwischen Bremen und Frankfurt zum 1. Juli 2026 eingestellt. Damit ist eine jahrzehntelange direkte Anbindung Bremens an das wichtigste deutsche Luftverkehrsdrehkreuz weggefallen.
Für Bremen geht es dabei nicht nur um einen einzelnen Inlandsflug. Über Frankfurt bestehen weltweite Anschlussverbindungen. Gerade für international tätige Unternehmen, die Luft- und Raumfahrt, die maritime Wirtschaft, den Mittelstand sowie Wissenschaft und Forschung ist eine verlässliche internationale Erreichbarkeit ein wichtiger Standortfaktor.
Folgen für Bremen
1. Schlechtere internationale Erreichbarkeit.
Wer von Bremen über Frankfurt zu internationalen Zielen reisen will, muss nun andere Zubringer oder längere Reisewege einplanen. Das kostet Zeit und macht den Standort für Geschäftsreisende weniger bequem erreichbar.
2. Ein Wettbewerbsnachteil für den Wirtschaftsstandort.
Unternehmen vergleichen Standorte auch danach, wie schnell Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner internationale Märkte erreichen können. Der Verlust einer wichtigen Hub-Verbindung schwächt deshalb einen Standortfaktor Bremens.
3. Der Flughafen Bremen verliert eine wichtige Verbindung.
Eine gute Mischung aus Direkt- und Hub-Verbindungen ist für einen regionalen Flughafen von großer Bedeutung. Der Wegfall der Frankfurt-Strecke erhöht deshalb den Druck, andere attraktive Verbindungen zu sichern und neue Angebote zu gewinnen.
4. Politik muss die Rahmenbedingungen prüfen.
Die Entscheidung der Lufthansa ist eine unternehmerische Entscheidung. Politik kann einer Fluggesellschaft keine dauerhaft unwirtschaftliche Strecke vorschreiben. Sie muss aber hinterfragen, ob Gebühren, Steuern, Standortkosten und andere Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass wichtige Verbindungen wirtschaftlich nicht mehr angeboten werden.
Piet bewertet
Für mich ist die Einstellung der Frankfurt-Verbindung ein Warnsignal. Bremen darf bei seiner internationalen Erreichbarkeit nicht Stück für Stück zurückfallen. Ein Wirtschaftsstandort lebt davon, dass Menschen, Waren, Wissen und Kapital schnell Verbindungen in andere Regionen und in die Welt haben.
Entscheidend ist deshalb nicht, einer Fluggesellschaft vorzuschreiben, welche Strecke sie fliegen muss. Entscheidend ist, die Bedingungen so zu gestalten, dass sich Verbindungen von und nach Bremen wirtschaftlich rechnen können.
Luftverkehrssteuer abschaffen
Deutschland muss auch bei den staatlichen Belastungen des Luftverkehrs international wettbewerbsfähig sein. Deshalb gehört für mich die deutsche Luftverkehrsteuer abgeschafft. Wenn Flüge von deutschen Flughäfen durch zusätzliche staatliche Kosten verteuert werden, verschlechtert das die Wettbewerbsbedingungen gegenüber ausländischen Standorten. Gerade Regionalflughäfen und weniger stark ausgelastete Verbindungen spüren Kostennachteile besonders.
Bremens Innenstadtflughafen als Standortvorteil nutzen
Bremen verfügt mit seinem stadtnahen Flughafen über einen besonderen Standortvorteil: kurze Wege zwischen Flughafen, Innenstadt und Wirtschaftsstandorten. Diesen Vorteil müssen wir stärker nutzen.
Dass Ryanair seine frühere Base in Bremen aufgegeben hat, war aus meiner Sicht ein erheblicher Nachteil. Eine breite Auswahl direkter und preislich attraktiver Flugverbindungen ist nicht nur für Bremer wichtig, sondern auch für Besucher. Weniger Direktverbindungen können die Erreichbarkeit Bremens als Städtereiseziel verschlechtern und damit auch Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und den Tourismus treffen.
Mein Ziel: Bremen braucht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für seinen Flughafen, attraktive Direktverbindungen und eine Verkehrspolitik, die den Flughafen als wichtigen Teil der Wirtschafts- und Tourismusinfrastruktur begreift.
Piet rechnet nach: Gute Erreichbarkeit ist kein Luxus. Sie ist Teil einer leistungsfähigen Infrastruktur und damit ein Standortfaktor.